// Workflows · Gratis-PDF
KI und DSGVO: heikel, aber lösbar
Teil 2 vom Agenten-Büro. Der einfache Weg mit Langdock, die eigene Schleife mit Presidio, der eigene GPU-Server, was das alles kostet, und die Fragen, die du jedem Anbieter stellen solltest.
Orientierung, keine Rechtsberatung. Bei sensiblen Daten (Gesundheit, Mandanten, Beschäftigte) sprich mit deinem Datenschutzbeauftragten.
Unabhängig: Ich stehe in keiner Verbindung zu Langdock, und es gibt keine Werbepartnerschaft. Alles hier beruht auf meiner eigenen Erfahrung und Recherche.
Warum KI und DSGVO überhaupt heikel ist
Sobald in einem Prompt ein Name, eine E-Mail-Adresse oder eine IBAN steht, verarbeitest du personenbezogene Daten im Sinne von Art. 4 DSGVO. Und zwar nicht nur auf deinem Rechner: Der Text geht an den Anbieter des KI-Modells, wird dort verarbeitet und unter Umständen eine Zeit lang gespeichert. Damit wird der Anbieter zu deinem Auftragsverarbeiter, und für dich stellen sich vier Fragen.
- Wohin gehen die Daten? In ein Rechenzentrum in der EU oder in die USA? Und bei welchem Unternehmen landen sie am Ende, beim Werkzeug-Anbieter oder bei Anthropic, AWS oder Google dahinter?
- Was passiert dort mit ihnen? Werden sie gespeichert, wie lange, und wer darf sie ansehen? Werden sie zum Training genutzt?
- Was steht im Vertrag? Ohne Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) darfst du Kundendaten nicht an einen Dienstleister geben.
- Dürfen diese Daten überhaupt raus? Für Anwälte, Ärztinnen und Steuerberater kommt das Berufsgeheimnis nach § 203 StGB dazu. Hier reicht ein AVV allein oft nicht.
Es gibt drei Antworten darauf. Du suchst dir einen Anbieter, der die ersten drei Fragen für dich sauber beantwortet, und arbeitest dann ganz normal. Das ist Weg 1 mit Langdock. Du sorgst dafür, dass Namen und Kundendaten gar nicht erst beim Modell ankommen. Das ist Weg 2, die eigene Schleife. Oder du betreibst ein offenes Modell auf einem eigenen GPU-Server, dann verlassen die Daten deinen Server nicht. Das ist Weg 3. Die Wege lassen sich kombinieren.
Auf einen Blick
| Langdock | Eigene Schleife | Eigener GPU-Server | |
|---|---|---|---|
| Für wen | Teams, die Claude ohne Technik nutzen wollen | Wer Claude nutzt und Namen und Kundendaten selbst schützen will | Wer offene Modelle ganz auf eigener Hardware betreiben will |
| Technik nötig | Keine, läuft im Browser | Ja: Presidio, ein Gateway oder Hooks | Ja, und zwar am meisten: Server, Updates, Sicherheit |
| Was das Modell sieht | Deine Eingaben, wie du sie schreibst | Nur Platzhalter wie <PERSON_1> | Alles, aber auf deinem Server |
| Vertrag | AVV automatisch in den AGB | AVV mit deinem Modell-Anbieter bleibt nötig | AVV mit dem Hoster (bei Hetzner im Kundenkonto) |
| Kosten | Lizenz pro Kopf: Business laut Preisseite 25 € netto pro Nutzer und Monat | Software kostenlos (Open Source), dazu Modellkosten und deine Zeit | Feste Miete, laut Hetzner ab 214 € netto im Monat, dazu deine Zeit |
| Grenze | Kosten wachsen mit jedem Kopf | Findet nicht alles, Stichproben nötig | Claude läuft dort nicht, nur offene Modelle |



Meine Erfahrung
Ich habe Langdock lange selbst genutzt und war sehr zufrieden. Es war für mich der schnellste Weg, Claude im Alltag einzusetzen, ohne mich um Technik zu kümmern.
Mit der Zeit habe ich mehr Technik verstanden. Ich habe eigene Server aufgesetzt und GPU-Server bei Hetzner gemietet, um offene KI-Modelle selbst zu betreiben. Seitdem sehe ich beide Seiten: wie bequem ein fertiges Werkzeug ist, und was es heißt, alles selbst in der Hand zu haben, mit allen Vor- und Nachteilen.
Darum steht in diesem Leitfaden kein „das eine ist besser“. Es kommt darauf an, wie viele Leute damit arbeiten, wie oft, mit welchen Daten, und wie viel Technik du dir zutraust.
Weg 1: Langdock, der einfache Weg
Langdock ist ein KI-Arbeitsplatz aus Berlin im Browser: Chat, Agenten, Workflows, mit Claude und anderen Modellen. Ich stehe in keiner Verbindung zu Langdock, das hier ist meine eigene Erfahrung und Recherche.
Pro und Contra aus meiner Erfahrung
| Pro | Contra |
|---|---|
| Super einfach: anmelden, Modell wählen, loslegen | Lizenz pro Kopf: Jede Person im Team kostet jeden Monat |
| Auch für Firmen gemacht: Admin-Rollen, Team-Verwaltung, bis zu 1.000 Nutzer im Business-Tarif | Wer es nur ab und zu nutzt, zahlt trotzdem den vollen Monat |
| Hosting in der EU, AVV automatisch in den AGB | Workflows und API laufen zusätzlich nach Verbrauch |
| Viele Modelle an einem Ort, Claude inklusive | Du bist an das gebunden, was die Plattform anbietet |
| Keine Technik, keine Wartung, keine Updates für dich | Kein Tool macht dich automatisch DSGVO-konform, das gilt hier wie überall |
- Hosting: Microsoft Azure mit Serverstandort in der EU. Laut Langdock laufen die Anwendung und „die meisten“ Modelle vollständig in der EU.
- AVV: Teil der AGB, gilt automatisch.
- Berufsgeheimnisträger: Im Trust Center gibt es eine Zusatzvereinbarung für Anwälte, Ärzte, Steuerberater (§ 203 StGB).
- Sicherheit: ISO 27001, SOC 2 Type II, AES-256, Admin-Rollen, einstellbare Aufbewahrungsfrist für Chats. Kundendaten werden laut Langdock nie zum Training von KI-Modellen genutzt. Was diese Siegel bedeuten, steht weiter unten.
- MCP: nur Remote-Server (HTTP oder SSE), keine lokalen.
- Preis: Business laut Preisseite 25 € netto pro Nutzer und Monat, Business Max 99 € (fünffache Nutzung). Details im nächsten Abschnitt.
Gut zu wissen: Langdock bietet viele Modelle verschiedener Anbieter an. Laut API-Doku laufen sie je nach Modell über AWS Bedrock, Google Vertex oder direkt beim Anbieter. Welche Region für dein Modell gilt, lässt du dir am besten schriftlich bestätigen. Eine eingebaute Funktion, die Namen vor dem Senden maskiert, habe ich nicht gefunden. Wer das braucht, kombiniert Langdock mit klaren Regeln im Team oder nimmt Weg 2.
Was kostet das? Lizenzgebühr für Firmen und Einzelpersonen
Laut Preisseite (geprüft am 03.11.2026, alle Preise netto):
- Testen: 7 Tage kostenlos, ohne Kreditkarte, mit 5 € Guthaben für KI-Modelle.
- Business: 25 € pro Nutzer und Monat. Chat und Agenten mit den enthaltenen Modellen kosten nichts extra nach Verbrauch.
- Business Max: 99 € pro Nutzer und Monat, mit fünfmal so viel Nutzung.
- Jährlich zahlen: laut Preisseite bis zu 20 % günstiger.
- Extra: Workflows und die API werden nach Verbrauch abgerechnet. Das Governance-Paket ist bis 1. Januar 2027 kostenlos, danach ab 3,50 € pro Nutzer und Monat.
- Einzelpersonen: Einen eigenen Tarif für eine Person habe ich nicht gefunden, du nimmst einen Business-Platz.
| Nutzer | pro Monat (Business) | pro Jahr, monatlich gezahlt |
|---|---|---|
| 1 | 25 € | 300 € |
| 5 | 125 € | 1.500 € |
| 10 | 250 € | 3.000 € |
| 25 | 625 € | 7.500 € |
Nutzen abwägen
Die Lizenz lohnt sich, wenn sie Zeit spart, die mehr wert ist als 25 € im Monat. Eine einfache Rechnung:
- Team, das täglich damit arbeitet: Spart jede Person nur eine halbe Stunde pro Woche, sind das rund zwei Stunden im Monat. Bei fast jedem Stundensatz ist die Lizenz damit bezahlt. Hier lohnt es sich oft.
- Allein und nur ab und zu: Nutzt du es ein paarmal im Monat, zahlst du trotzdem den vollen Platz. Rechne nach, ob ein Abo direkt beim Modell-Anbieter, ein anderer Anbieter weiter unten oder Weg 2 für dich günstiger ist.
- Viele Köpfe, gleiche Aufgaben: Ab etwa neun Nutzern kostet Langdock Business im Monat mehr als die günstigste GPU-Miete bei Hetzner (siehe Weg 3). Das heißt nicht, dass der Server günstiger ist: Deine Zeit für Einrichtung und Pflege kommt dazu, und offene Modelle sind nicht Claude.
Meine Faustregel: Je mehr Leute es täglich nutzen und je weniger Technik im Haus ist, desto eher ist Langdock die richtige Wahl.
Die Siegel in einfachen Worten
Langdocks Sicherheitsseite nennt vier Punkte unter Prüfungen und Zertifikaten. Das sind gute Zeichen. Hier steht, was jeder Punkt bedeutet und wo dein eigener Teil beginnt.
| Siegel | Was es bedeutet | Wo du genauer hinschaust |
|---|---|---|
| ISO 27001, „zertifiziert“ | Ein externer Prüfer hat bestätigt, dass Langdock ein funktionierendes System für Informationssicherheit betreibt: Risiken, Zugriffe, Backups, Vorfälle. Wird jedes Jahr neu geprüft. | Es gilt nur für das, was im „Geltungsbereich“ des Zertifikats steht. Die Seite nennt weder Geltungsbereich noch Prüfer oder Datum. |
| SOC 2 Type II, „unabhängig geprüft“ | Eine US-Prüfung (AICPA-Standard). „Type II“ heißt: Der Prüfer hat über mehrere Monate kontrolliert, dass die Maßnahmen wirklich funktionieren, nicht nur auf dem Papier stehen. | Der Bericht ist nicht öffentlich, meist bekommst du ihn auf Anfrage unter NDA. Es ist eine Sicherheitsprüfung, keine Datenschutz- oder DSGVO-Prüfung. |
| DSGVO, „fully aligned“ | Langdock führt die DSGVO unter seinen Prüfungen und Zertifikaten und sagt, es sei voll darauf ausgerichtet: AVV in den AGB, Hosting in der EU, Rechte für die Menschen, um deren Daten es geht. | Das ist Langdocks eigene Einschätzung: Ein offizielles DSGVO-Zertifikat zum Vorzeigen gibt es weder für Langdock noch für einen anderen Anbieter. Und kein Werkzeug macht dich DSGVO-konform: Rechtsgrundlage, Information der Betroffenen und was du eingibst, bleiben deine Aufgabe. |
| „Kein Modelltraining“ | Laut Langdock werden deine Daten nie genutzt, um KI-Modelle zu trainieren oder zu verbessern. Anthropic und AWS Bedrock sagen dasselbe für die geschäftliche Nutzung. | Nicht trainieren heißt nicht, nicht speichern. Der Modell-Anbieter kann Anfragen trotzdem kurz aufbewahren, etwa um Missbrauch zu prüfen. Wie das pro Modell geregelt ist, steht nicht auf der Seite. |
Kurz gesagt: ISO 27001 und SOC 2 Type II zeigen, dass Langdock Sicherheit ernst nimmt und sich von außen prüfen lässt. Langdock macht seinen Teil für die DSGVO, deine eigene Nutzung bleibt deine Sache. Lass dir die Zusagen schriftlich geben, im Vertrag, nicht nur auf einer Webseite.
Diese Fragen stellst du jedem Anbieter schriftlich, auch Langdock
- Über welches Backend und welche Region läuft das Claude-Modell, das wir nutzen?
- Werden Eingaben dort gespeichert, wie lange, und wer kann sie prüfen?
- Welche Unterauftragsverarbeiter sind beteiligt, und wo sitzen sie?
- Gibt es eine Maskierung von Namen oder Kundendaten, bevor sie ans Modell gehen?
- Was regelt die Zusatzvereinbarung für Berufsgeheimnisträger genau?
- Können wir das ISO-27001-Zertifikat (Geltungsbereich, Prüfer, gültig bis) und den SOC-2-Type-II-Bericht sehen?
- Steht „kein Training“ in unserem Vertrag, und gilt es auch beim Modell-Anbieter für unser Modell?
Weg 2: die eigene Schleife
Die Idee: Namen und Kundendaten verlassen dein Haus gar nicht erst.
- Dein Text geht zuerst durch ein Werkzeug auf deinem Rechner, zum Beispiel Presidio.
- Es ersetzt Namen, IBANs und Ausweisnummern durch Platzhalter: Aus Erika Mustermann wird
<PERSON_1>. - Die Zuordnungsliste (
<PERSON_1>= Erika Mustermann) bleibt bei dir. - Nur der Platzhalter-Text geht an Claude.
- Die Antwort kommt mit Platzhaltern zurück, und deine Schleife setzt die echten Namen wieder ein.
Presidio
- Open Source, MIT-Lizenz, früher ein Microsoft-Projekt, heute Community-Projekt „Data Privacy Stack“. Letztes Release am 27.10.2026.
- Findet Namen, E-Mails, Telefonnummern, IBANs und mehr, mit Spracherkennung, Mustern und Prüfsummen. Ersetzen, schwärzen, hashen oder verschlüsseln. Es gibt auch eine Schwärzung in Bildern.
- Deutsch: Standard ist Englisch. Für deutsche Texte brauchst du ein deutsches Sprachmodell (spaCy). Es gibt 13 deutsche Erkenner (Steuer-ID, Personalausweis, Reisepass, Kfz-Kennzeichen, Handelsregister und mehr), die standardmäßig ausgeschaltet sind. Schalte sie ein.
- Grenze: Presidio sagt selbst, dass es keine Garantie gibt, alles zu finden. Ungewöhnliche Namen oder indirekte Hinweise („der Chef der Bäckerei am Marktplatz“) rutschen durch.
- Tipp: Lege deine Kundennamen aus dem CRM als eigene Liste an, dann findet Presidio sie sicher.
Fertige Bausteine
- LiteLLM Presidio-Guardrail (Open Source): ein Gateway vor dem Modell.
pre_callmaskiert jede Anfrage,output_parse_pii: Truesetzt die Originalwerte in der Antwort wieder ein.presidio_language: "de"wird unterstützt. Claude Code kann überANTHROPIC_BASE_URLauf so ein Gateway zeigen. - Claude Code Hook: ein Wächter, der auf deinem Rechner läuft, bevor etwas rausgeht. Details im Abschnitt „Der Hook in Claude Code“ unten.
- Nicht empfohlen: LLM Guard ist archiviert und kann kein Deutsch. NeMo Guardrails dokumentiert nur Englisch.
Der Hook in Claude Code: Gehen da nicht schon echte Daten raus?
Nein, wenn er richtig eingerichtet ist. Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Dingen, die fast gleich heißen:
- Claude Code ist ein Programm, das auf deinem Rechner läuft (oder auf deinem Server).
- Claude, das KI-Modell, läuft beim Anbieter: bei Anthropic, oder über AWS Bedrock in der EU.
Ein Hook ist ein kleines Skript, das Claude Code auf deinem Rechner startet, an festen Stellen.
So läuft es ab
- Du tippst einen Prompt und drückst Enter.
- Bevor irgendetwas an das Modell geht, startet Claude Code deinen
UserPromptSubmit-Hook, lokal. - Der Hook prüft den Text, zum Beispiel mit Presidio oder einer Liste deiner Kundennamen.
- Findet er Kundendaten, blockiert er (Exit-Code 2). Laut Claude-Code-Doku erreicht ein blockierter Prompt das Modell nie. Du bekommst eine Meldung wie „Bitte erst pseudonymisieren“.
- Findet er nichts, geht der Prompt ganz normal ans Modell.
Für Dateien gibt es einen zweiten Hook: Wenn Claude eine Datei liest, passiert das Lesen lokal. Ein PostToolUse-Hook kann das Ergebnis maskieren (updatedToolOutput), und erst der maskierte Text geht ans Modell.
Grenzen, ehrlich
- Er stoppt nur, was er erkennt. Ein Name, den Presidio oder deine Liste übersieht, geht mit raus. Darum Stichproben.
- Stoppen, nicht umschreiben: Ein
UserPromptSubmit-Hook kann deinen Prompt nicht automatisch pseudonymisieren. Dafür nimmst du die Schleife oder den LiteLLM-Guardrail. - Nur lokal: In Cloud-Sessions von Claude Code (im Browser) laufen deine lokalen Hooks nicht. Der Schutz gilt für Claude Code auf deinem Rechner oder Server.
- Du baust ihn selbst: Einen fertigen, geprüften Presidio-Hook für Claude Code habe ich nicht gefunden. Teste ihn mit Beispieltexten ohne echte Daten.
- Kein Ersatz für den Vertrag: Alles, was nicht gestoppt wird, geht ans Modell. Den AVV mit deinem Anbieter brauchst du trotzdem.
Prompt zum Kopieren
Prompt zum Kopieren
Bau mir einen UserPromptSubmit-Hook für Claude Code, der lokal läuft. Er soll jeden Prompt mit Presidio (deutsches spaCy-Modell, deutsche Erkenner eingeschaltet) und meiner Kundenliste kunden.txt prüfen und blockieren, sobald ein Name, eine IBAN oder eine E-Mail gefunden wird. Die Meldung soll sagen, was gefunden wurde. Trag ihn in .claude/settings.json ein und teste ihn mit drei Beispielprompts ohne echte Daten.Weg 3: der eigene GPU-Server
So arbeite ich heute für einen Teil meiner Aufgaben: ein gemieteter Server mit Grafikkarte, auf dem ein offenes KI-Modell läuft. Die Daten verlassen deinen Server nicht, es gibt keine Lizenz pro Kopf, sondern eine feste Miete.
Was du brauchst
- Einen GPU-Server, zum Beispiel bei Hetzner. Laut Hetzner (geprüft am 03.11.2026, netto):
| Modell | Grafikkarte | Miete pro Monat | Einrichtung einmalig | Standort |
|---|---|---|---|---|
| GEX45 | 1× NVIDIA RTX PRO 4000 Blackwell, 24 GB | 214 € | 209 € | Helsinki (Finnland) |
| GEX63 | 1× NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q, 96 GB | 999 € | 999 € | Helsinki (Finnland) |
| GEX131 | 1× NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q, 96 GB | ab 1.499 € | 1.499 € | Falkenstein (Deutschland), Helsinki |
- Ein offenes Modell und eine Software, die es bereitstellt, zum Beispiel Ollama oder vLLM. Je größer das Modell, desto mehr Grafikspeicher brauchst du.
- Eine Oberfläche für dein Team, zum Beispiel Open WebUI, damit es sich wie ein Chat im Browser anfühlt.
- Den AVV mit dem Hoster. Bei Hetzner schließt du ihn direkt im Kundenkonto ab, ohne Unterschrift auf Papier. Dedizierte Server stehen laut Hetzner ausschließlich in der EU.
Pro und Contra
| Pro | Contra |
|---|---|
| Die Daten bleiben auf deinem Server, kein Modell-Anbieter sieht sie | Claude läuft dort nicht. Offene Modelle sind gut, aber für viele Aufgaben nicht auf Claude-Niveau |
| Feste Miete, egal wie viele Leute es nutzen | Ab 214 € im Monat, auch wenn niemand es nutzt |
| Volle Kontrolle über Modell, Speicherdauer und Zugriffe | Einrichtung, Updates, Backups und Sicherheit machst du selbst |
| Gut kombinierbar: sensible Aufgaben auf dem Server, der Rest bei Claude | Wenn der Server ausfällt, bist du der Support |
Für wen: für Firmen mit Technik im Haus oder einem Dienstleister, viele Nutzer oder sehr sensible Daten. Für die meisten Einsteiger ist das zu viel auf einmal. Ich habe auch mit Langdock angefangen.
Welcher Weg passt zu dir?
| Deine Lage | Mein Vorschlag |
|---|---|
| Allein, ab und zu, keine Kundendaten | Erst testen, ob sich ein Platz lohnt. Sonst ein einfaches Abo direkt beim Modell-Anbieter |
| Kleines Team, täglich, keine Technik im Haus | Langdock: schnell startklar, AVV inklusive |
| Team mit Kundendaten in Texten (Angebote, Mails) | Langdock oder Claude direkt, plus die Schleife mit Presidio für genau diese Aufgaben |
| Viele Nutzer oder sehr sensible Daten, Technik im Haus | Eigener GPU-Server für das Sensible, Claude für den Rest |
| Unsicher | Klein anfangen: 7 Tage Langdock testen und parallel zehn Texte durch Presidio schicken |
Deine DSGVO-Pflichten, egal welcher Weg
Kein Anbieter und keine Schleife nimmt dir diese Punkte ab. Sie gelten für Langdock genauso wie für die eigene Schleife.
| Pflicht | Was du konkret tust |
|---|---|
| Rechtsgrundlage (Art. 6 DSGVO) | Klären, warum du die Daten verarbeiten darfst, etwa zur Vertragserfüllung oder aus berechtigtem Interesse. Für Gesundheitsdaten und andere besondere Daten gilt zusätzlich Art. 9. |
| AVV (Art. 28) | Mit jedem Anbieter, der Daten für dich verarbeitet, einen Auftragsverarbeitungsvertrag haben. Bei Langdock steckt er in den AGB, beim Modell-Anbieter der Schleife schließt du ihn selbst. |
| Verarbeitungsverzeichnis (Art. 30) | Das KI-Werkzeug als eigene Verarbeitung eintragen: Zweck, Datenarten, Empfänger, Löschfristen. |
| Information (Art. 13 und 14) | Datenschutzerklärung und Kundeninformation ergänzen: Welche KI-Dienste nutzt du, wofür, und wohin gehen die Daten. |
| Drittland (Art. 44 ff.) | Gehen Daten in die USA, braucht es eine Grundlage, etwa das EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln. Prüfe, worauf sich der Anbieter beruft. |
| Sicherheit (Art. 32) | Zugänge mit Rollen und Zwei-Faktor-Anmeldung, Aufbewahrung der Chats so kurz wie möglich einstellen. |
| Folgenabschätzung (Art. 35) | Bei hohem Risiko vorher prüfen und dokumentieren, zum Beispiel bei Gesundheits- oder Mandantendaten in größerem Umfang. |
| Rechte der Betroffenen (Art. 15 bis 17) | Auskunft und Löschung müssen auch für das klappen, was im KI-Werkzeug liegt. Wisse, wo du Chats findest und löschst. |
| KI-Kompetenz (Art. 4 KI-Verordnung) | Seit 2. Februar 2025 Pflicht: Wer im Team mit KI arbeitet, wird geschult. Eine kurze interne Regel, was rein darf und was nicht, ist der Anfang. |
Faustregel: Je weniger echte Namen und Kundendaten das Modell sieht, desto kleiner wird jede dieser Aufgaben. Genau dafür ist die Schleife da.
Zwei ehrliche Hinweise
- Presidio findet nicht alles. Prüf regelmäßig Stichproben von Hand, gerade am Anfang.
- Für dich bleiben die Daten personenbezogen. Du hast die Zuordnungsliste, also gilt die DSGVO weiter (Erwägungsgrund 26, EDPB-Leitlinien 01/2025). Die Schleife senkt das Risiko und hilft bei der Datenminimierung, ersetzt aber keinen AVV mit deinem Modell-Anbieter. Nur echte Anonymisierung nimmt Daten aus der DSGVO heraus.
Drei Missverständnisse, die oft teuer werden
„Der Server steht in der EU, also ist alles DSGVO-konform.“ Der Standort ist nur ein Baustein. Du brauchst trotzdem einen AVV, eine Rechtsgrundlage, die Information deiner Kunden und Klarheit darüber, welche Unterauftragsverarbeiter beteiligt sind. Gerade bei Werkzeugen, die mehrere Modelle anbieten, kann jedes Modell über ein anderes Backend laufen.
„Ich habe die Namen ersetzt, also sind die Daten anonym.“ Nicht für dich. Solange du die Zuordnungsliste hast, sind die Daten nur pseudonymisiert und fallen weiter unter die DSGVO. Die Schleife senkt das Risiko deutlich, sie hebt die Pflichten aber nicht auf.
„Kein Training heißt, meine Daten sind sofort wieder weg.“ Kein Training bedeutet nur, dass das Modell nicht aus deinen Daten lernt. Gespeichert werden kann trotzdem, etwa für Missbrauchskontrollen oder Protokolle. Frag deshalb immer getrennt nach Training und nach Speicherdauer.
Weitere Anbieter ohne Technik
| Anbieter | Preis (laut Preisseite) | Besonderheit |
|---|---|---|
| nele.ai | Credit-Modell ab 10 € netto im Monat | Server in der EU, Claude verfügbar, optionale Filterung persönlicher Daten vor der KI |
| meinGPT | ab 18 € pro Nutzer und Monat plus Modellbudget | Gehostet in Deutschland und der EU, ISO 27001 |
| Mistral Le Chat Team | 24,99 USD pro Nutzer und Monat | Französischer Anbieter, kein Claude |
Bei allen gilt: Frag schriftlich nach Backend, Region, Speicherdauer und AVV.
Deine erste Stunde
- Entscheiden: einfach (Langdock), Kontrolle (Schleife), eigener Server, oder eine Mischung. Die Tabelle „Welcher Weg passt zu dir?“ hilft.
- Rechnen: Wie viele Leute nutzen es, wie oft? Lizenz mal Köpfe gegen die gesparte Zeit.
- Bei Langdock: Testzugang anlegen und die sieben Fragen oben schriftlich stellen.
- Bei der Schleife: Presidio installieren, deutsches Sprachmodell und die deutschen Erkenner einschalten.
- Zehn eigene Texte ohne echte Kundendaten durchschicken und prüfen, was gefunden wird.
- Erst danach mit echten Daten arbeiten, mit Stichproben.
Mein Tipp
Fang einfach an, so wie ich: Langdock (oder ein anderer fertiger Arbeitsplatz) für das Team im Alltag, ohne Kundendaten. Dazu eine Schleife mit Presidio für die eine Aufgabe, bei der Namen drinstecken, zum Beispiel Angebote oder Kundenmails. Wenn du merkst, dass ihr viele Köpfe seid oder Daten habt, die nie rausgehen sollen, ist der eigene Server der nächste Schritt. Rechne vorher nach, nicht hinterher.
Alle Preise, Funktionen und Links am 01.11.2026 auf den Seiten der Anbieter und in den Dokumentationen geprüft, die Sicherheitsangaben und Preise von Langdock sowie die GPU-Server und der AVV von Hetzner am 03.11.2026 auf langdock.com und hetzner.com. Preise ändern sich, schau vor dem Kauf nach.
Das Reel zum Thema
Dieses Reel ist mit Mentor Reels entstanden
Mentor Reels ist ein Skill für Claude Code. Aus einem Prompt macht er ein fertiges Erklär-Reel mit Stimme, Animation, Post-Texten und genau so einem PDF wie hier.
Text zum Video
„KI und DSGVO? Geht nicht.“ Doch. Heikel, aber lösbar. Vorweg: Ich stehe in keiner Verbindung zu Langdock und habe keine Werbepartnerschaft. Ich habe Langdock lange selbst genutzt und war sehr zufrieden. Dann habe ich mehr Technik verstanden, eigene Server aufgesetzt und G-P-U-Server bei Hetzner gemietet. Heute kenne ich Pro und Contra. Pro: Langdock ist super einfach, auch für Firmen. Dein ganzes Team nutzt Claude im Browser, ohne eine Zeile Code. Gehostet in der EU, der Vertrag zur Auftragsverarbeitung gilt automatisch. Contra: Du zahlst eine Lizenz pro Kopf, laut Preisseite fünfundzwanzig Euro netto im Monat. Bei zehn Leuten sind das zweihundertfünfzig Euro, jeden Monat. Für ein Team, das täglich damit arbeitet, lohnt sich das oft. Nutzt du es allein und nur ab und zu, wäg den Nutzen ab. Und kein Tool macht dich automatisch DSGVO-konform. Deshalb gibt es noch einen zweiten Weg, mit mehr Kontrolle: Die Namen verlassen dein Haus gar nicht erst. Das geht mit Presidio. Kostenlos und Open Source. Es findet Namen, IBANs und Ausweisnummern in deinem Text und ersetzt sie auf deinem Rechner durch Platzhalter. Aus Erika Mustermann wird Person eins. Claude sieht nur den Platzhalter, die Liste bleibt bei dir. Kommt die Antwort zurück, setzt deine Schleife die echten Namen wieder ein. Fertige Bausteine gibt es auch: einen P I I-Guardrail in Light L L M vor jedem Aufruf, oder einen Hook, der auf deinem Rechner prüft und Prompts mit Kundendaten stoppt, bevor sie rausgehen. Zwei ehrliche Hinweise: Presidio findet nicht alles, prüf also Stichproben. Und für dich bleiben die Daten personenbezogen. Die Schleife senkt das Risiko, den Vertrag ersetzt sie nicht. Heißt für dich: Willst du es einfach, nimm Langdock. Willst du volle Kontrolle, bau dir die Schleife. Oder beides. Folge mir und kommentiere DSGVO, dann schick ich dir die Anleitung für die Schleife, die Fragen an Langdock und die Alternativen.
Häufige Fragen
Darf ich Claude mit Kundendaten nutzen?
Ja, aber nicht einfach so. Du brauchst einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter, eine Rechtsgrundlage, die Information deiner Kunden und Klarheit darüber, wo die Daten verarbeitet und wie lange sie gespeichert werden. Am sichersten ist es, wenn echte Namen gar nicht erst beim Modell ankommen. Dafür ist die eigene Schleife gedacht. Das ist Orientierung, keine Rechtsberatung: Bei sensiblen Daten sprich mit deinem Datenschutzbeauftragten.
Was ist Langdock?
Ein KI-Arbeitsplatz aus Berlin, der im Browser läuft: Chat, Agenten und Workflows mit Claude und anderen Modellen. Gehostet wird auf Microsoft Azure in der EU, der AVV ist Teil der AGB, und für Anwälte, Ärzte und Steuerberater gibt es eine Zusatzvereinbarung nach § 203 StGB. Ich habe Langdock lange selbst genutzt und war zufrieden: super einfach, auch für Firmen gemacht. Ich stehe aber in keiner Verbindung zu Langdock. Welche Region für dein Modell gilt, lässt du dir schriftlich bestätigen, die Fragen dafür stehen im Leitfaden als Checkliste.
Was bedeuten ISO 27001, SOC 2 Type II und „GDPR fully aligned“?
ISO 27001 heißt: Ein externer Prüfer hat bestätigt, dass Langdock ein funktionierendes System für Informationssicherheit betreibt, jedes Jahr neu geprüft. SOC 2 Type II ist eine US-Prüfung, bei der über Monate kontrolliert wird, dass die Sicherheitsmaßnahmen wirklich greifen. „GDPR fully aligned“ ist Langdocks eigene Einschätzung, denn ein offizielles DSGVO-Zertifikat gibt es für keinen Anbieter. Alle drei sind gute Zeichen, ersetzen aber nicht deine eigenen Pflichten.
Was ist die eigene Schleife mit Presidio?
Dein Text läuft zuerst durch Presidio, ein kostenloses Open-Source-Werkzeug auf deinem Rechner. Es ersetzt Namen, IBANs und Ausweisnummern durch Platzhalter wie PERSON_1. Nur dieser Text geht an Claude, die Zuordnungsliste bleibt bei dir. Kommt die Antwort zurück, setzt die Schleife die echten Namen wieder ein. Für Deutsch brauchst du das deutsche Sprachmodell und schaltest die 13 deutschen Erkenner ein, die standardmäßig aus sind.
Sind die Daten nach der Schleife anonym?
Nein. Weil du die Zuordnungsliste hast, sind die Daten für dich nur pseudonymisiert und fallen weiter unter die DSGVO (Erwägungsgrund 26, EDPB-Leitlinien 01/2025). Die Schleife senkt das Risiko und hilft bei der Datenminimierung. Den AVV mit deinem Modell-Anbieter brauchst du trotzdem. Und Presidio findet nicht alles, deshalb gehören regelmäßige Stichproben dazu.
Kann ein Hook in Claude Code verhindern, dass Kundendaten rausgehen?
Ja, wenn er richtig eingerichtet ist. Ein UserPromptSubmit-Hook läuft auf deinem Rechner, bevor der Prompt das Modell erreicht. Findet er einen Namen oder eine IBAN, blockiert er, und laut Claude-Code-Doku erreicht der Prompt das Modell nie. Er stoppt aber nur, was er erkennt, schreibt den Prompt nicht selbst um und läuft nicht in Cloud-Sessions im Browser. Einen Prompt, mit dem Claude dir so einen Hook baut, findest du im Leitfaden.
Was kostet das?
Langdock Business kostet laut Preisseite 25 Euro netto pro Nutzer und Monat, bei 10 Leuten also 250 Euro im Monat oder 3.000 Euro im Jahr. Business Max kostet 99 Euro. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie oft dein Team es nutzt: Spart jede Person eine halbe Stunde pro Woche, ist die Lizenz meist bezahlt. Ein eigener GPU-Server bei Hetzner kostet ab 214 Euro netto im Monat, egal wie viele ihn nutzen, dazu kommt deine Zeit für Einrichtung und Pflege. Presidio und LiteLLM sind kostenlos und Open Source. Preise ändern sich, prüfe sie vor dem Kauf.
Womit fange ich am besten an?
Klein anfangen: Langdock 7 Tage kostenlos testen und parallel zehn eigene Texte ohne echte Kundendaten durch Presidio schicken. Bei Langdock stellst du die Fragen aus dem Leitfaden schriftlich. Bei Presidio nimmst du das deutsche Sprachmodell und schaltest die deutschen Erkenner ein. Erst wenn du siehst, was gefunden wird, arbeitest du mit echten Daten weiter, mit Stichproben.
Stichworte
KI und DSGVO: heikel, aber lösbar
Claude mit Kundendaten, geht das? Drei Wege aus eigener Erfahrung: Langdock aus Berlin ohne Technik, die eigene Schleife mit Presidio, die Namen vor dem Senden ersetzt, oder ein eigener GPU-Server. Mit Kostentabelle, Pro und Contra, den Siegeln in einfachen Worten und deinen DSGVO-Pflichten.